Produktive Verzweiflung und Begeisterung – Licht und Schatten im Schreibprozess

Bei der Autorin Dani Shapiro habe ich vom Begriff der ‚produktiven Verzweiflung‘ gehört. Diese belebende Art von Verzweiflung kann beim ‚tiefen Gründeln‘ und in Schreibkrisen entstehen. Es gibt aber auch selten schöne Tage der produktiven Begeisterung, wenn einfach alles leuchtet. Manchmal hängt beides zusammen.

Beim Blick aus dem Fenster sehe ich, wie ein Baum durch Sonnenlicht einen Zwilling bekommt. Der gelbbelaubte Baum leiht sich Größe und Statur einer Platane, die ihren Schatten auf die Hauswand wirft. Und die Platane, der schon fast alle Blätter fehlen, bekommt eine bessere goldene Hälfte. Wie Licht und Schatten eine Hinterhof-Mülltonnenecke verwandeln, begeistert mich.

Beim Schreiben erlebe ich produktive Begeisterung, wenn ich beim Recherchieren merke, dass sich ein Thema entwickelt, einfach weil ich meiner inneren Wünschelrute folge. Oder wenn bei einer Reihum-Geschichte die Ideen der anderen einem Text eine unverhoffte Richtung geben. Der Horizont wird weit.

Ich wünsche Euch bei Euren Projekten viele Momente der produktiven Begeisterung. Sie können nach Phasen der produktiven Verzweiflung entstehen, wenn Ihr Euch zu einer Entscheidung durchringt oder Dinge sich unverhofft fügen. Manchmal entsteht produktive Begeisterung, wenn wir unseren kreativen Speicher mit guten Büchern, Filmen, Ausstellungen oder Naturerlebnissen wieder auffüllen.

 

produktive Begeisterung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.