Motiv

Wer ein Motiv für seine Geschichte findet, ist ein Glückspilz.

Auf dem Foto, das ich vor vielen Jahren in Helsinki gemacht habe, haben sich zufällig drei rote Elemente vor einem grauen Bau versammelt. Es ist die Fahne, ein Ankündigungsplakat und ein verwaister Kinderwagen. Leicht kann ich mir vorstellen, dass eine Mutter, vermutlich junge Schauspielerin, nur ganz kurz ins Theater ging, um mit der Gewandmeisterin zu sprechen. Das Kind im Wagen schlief und da Kinder und Arbeit ungern vermengt werden, hat die Schauspielerin-Mutter sich ein Herz gefasst und den Kinderwagen vor dem Theaer stehen lassen. Nur ganz kurz; die Finnen sind ja kinderlieb.

Und was wir wissen, aber die junge Frau noch nicht: Das Kind ist weg. Ist es wach geworden, aufgestanden und spaziert jetzt alleine herum? Hat jemand es entführt, auf einen Kaffee eingeladen?? – Wie die Geschichte sich weiter entwickelt, entscheidet ihr. Ich empfehle allerdings, das Motiv ‚rot‘ mitzunehmen. Die Mutter wird rot sehen, ein aufgeregtes Herz pumpt Blut in gerötete Wangen. Rot wird mit Wärme oder Glut assoziiert, mit Liebe und Leidenschaft. In kleinen und großen Dingen können sich Assoziationen rund um die Farbe rot zeigen und eine Geschichte mit symbolischem Glanz versehen. Nur zu!

 

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